Luv und Lee

Rauminstallation von Lena von Goedeke und Sophia Pompéry

Eröffnung: Freitag, 15. Februar 2019 um 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 15. Februar - 30. März 2019

Begrüßung:
Volker Bajus, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Vertretung für den Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück Einführung: Elisabeth Lumme & Michael Kröger, Kuratoren

 

Feiner weißer Sand mäandert über die Bodenfläche - die Installation von Lena von Goedeke und Sophia Pompéry verleiht dem Ausstellungsraum hase29 die Atmosphäre einer veränderbaren und zugleich zeitlosen Landschaft. Unter dem Sand verborgene Textfragmente werden im Luftstrom freigelegt oder durch Verwehungen zum Verschwinden gebracht. Alles erscheint flüchtig und fragmentarisch.

Luv und Lee bilden die erste Kooperation zwischen Lena von Goedeke (*1983) und Sophia Pompéry (*1984). Ein gemeinsamer Ausgangspunkt der feinsinnigen, doppelbödigen Arbeiten beider Künstlerinnen besteht in ihrem Interesse an naturwissenschaftlichen Phänomenen. Pompéry und Goedeke beschäftigen sich eingehend mit grenzwertigen Wahrnehmungssituationen: mit einem eigenen Sinn für Absurdität zeigen sie, wie unverlässlich, ambivalent und rätselhaft Wahrnehmung ist und wie sich speziell unsere Resonanzfähigkeit gegenüber Naturprozessen verhält.

"Erst war die Natur Vorbild, heute ist sie zu einem Nachbild von Kunst geworden." (Martin Seel) Die Abgründigkeit von Natur fasziniert seit jeher und bis in die Gegenwart. Gerade heute sind wir - anders in früheren Zeiten – nicht mehr nur teilnahmslose Betrachter*innen, sondern wir beginnen mehr und mehr die Folgen unserer Eingriffe auf dem Planeten Erde zu fürchten und ahnen bereits, was mit der Natur und uns geschehen könnte.

NATUR erscheint in der Installation LUV UND LEE als erratisches Bild, als erhabener Ort einer Intervention, in der die minimalistische Szenerie eine untergründig verstörende Irritation erzeugt. Vor unseren Augen und unter unseren Füssen verwandelt sich „Luv und Lee“ buchstäblich in zwingende Fragen nach uns selbst und unserer Ethik im Umgang mit einer endlos „benutzten“ Natur. .....

Landschaft war schon bei Caspar David Friedrich kein wirklich beruhigender Zufluchtsort. Heute ist die Naturerfahrung eine ganz andere. „Luv und Lee“ zieht die Betrachter*innen tief in ihren Bann: Wie nehmen wir Raum und uns selbst wahr, wenn sich der Boden unter den Füßen bewegt und instabil ist? Kann "Luv und Lee" auch als Dystopie einer unheilvollen Veränderung gesehen werden? „Das Welteis schmilzt, ein gewaltiges Fading-out. - und das erleben wir in einem Tempo, das im Verhältnis zu den langen Zeiten der Erde dramatisch ist“, so gerade Hartmuth Böhme. Alles erscheint in dieser Terra inkognita zwischen Kunst und Natur als flüchtig und fragmentarisch. Doch ein utopischer Rest bleibt: „Die Vermessung der Welt ist verhandelbar, und es ist an uns, die Werkzeuge dafür zu billigen oder etwas ganz anderes damit anzufangen.“

Opening: Friday, 15 February 2019 at 19 hrs
Duration: 15 February - 30 March 2019

Greetings Welcoming: Volker Bajus, leader of the Green parliamentary group on behalf of the Lord Mayor of Osnabrück
Introduction: Elisabeth Lumme & Michael Kröger, curators

Fine white sand meanders across the floor - the installation by Lena von Goedeke and Sophia Pompéry lends the exhibition space hase29 the atmosphere of a changeable and at the same time timeless landscape. Fragments of text hidden under the sand are exposed in an air stream or made to disappear by drifting. Everything appears fleeting and fragmentary.

Luv and Lee form the first cooperation between Lena von Goedeke (*1983) and Sophia Pompéry (*1984). A common point of departure for the subtle, ambiguous works of both artists is their interest in scientific phenomena. Pompéry and Goedeke deal in detail with borderline perceptual situations: with their own sense of absurdity, they show how unreliable, ambivalent and enigmatic perception is and how our resonance towards natural processes behaves.

"First nature was a model, today it has become an afterimage of art." (Martin Seel) The abyss of nature has fascinated us from time immemorial to the present day. Especially today - unlike in earlier times - we are no longer just indifferent viewers*, but we are beginning more and more to fear the consequences of our interventions on planet Earth and are already suspecting what could happen to nature and to us.

NATUR appears in the installation LUV UND LEE as an erratic image, as a sublime site of an intervention, in which the minimalist scenery creates an underlying disturbing irritation. Before our eyes and under our feet, "Luv und Lee" literally turns into compelling questions about ourselves and our ethics in dealing with an endlessly "used" nature. .....

Already with Caspar David Friedrich landscape was not a really calming place of refuge. Today the experience of nature is completely different. "Luv and Lee" draws viewers deep into its spell: how do we perceive space and ourselves when the ground beneath our feet moves and is unstable? Can "Luv and Lee" also be seen as a dystopia of a disastrous change? "The world ice is melting, a huge fading-out. - and we experience this at a pace that is dramatic in relation to the long times of the earth," says Hartmuth Böhme. In this terra incognita between art and nature, everything seems fleeting and fragmentary. But a utopian remnant remains: "The measurement of the world is negotiable, and it is up to us to approve the tools for it or to start something completely different with it.

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Programm

Donnerstag, 7. März 2019 um 18.30 Uhr
„Zum Gemeinwohl“ Eine szenische Lesung von Nicole Beckmann, Peter Marchal, Massimo Pizzingrilli und Wolfgang Seyfert.
Eintritt frei!

Worum geht es? In „Zum Gemeinwohl“ werden Joseph Beuys, Papst Franziskus und der mexikanische Befreiungstheologe José Porfirio Miranda miteinander ins Gespräch kommen. Sie werden sich zu den Themen Ökologie, Gemeinwohl und Kommunismus der Bibel unterhalten. Zwischen diesen Themenblöcken werden meditative Gebetstexte von Dorothee Sölle vorgetragen.

Ökologie: Beuys war einer der Gründer der Grünen, der Papst hat die Enzyklika Laudato si‘ publiziert. Gemeinwohl: Alle drei Autoren sind fundamentale Kritiker eines ausbeuterischen Finanzkapitalismus. Kommunismus der Bibel: Miranda hat ein Buch dieses Titels geschrieben, das Ernesto Cardenal als seine wesentliche Inspirationsquelle bezeichnet. Dorothee Sölle hat zu allen drei Themen geschrieben und gehandelt. Beuys schließlich ist es, der für alle drei Themenkomplexe die wichtige, die bestimmende Rolle der Kunst herausarbeitet. Mit seinem künstlerischen Engagement für die direkte Demokratie, mit seiner Theorie und Praxis der Sozialen Skulptur und mit seiner Bildungsmission zu einem Rollenideal „Jeder ist ein Künstler“ weist er der Kunst eine zentrale Rolle bei der Gestaltung des politischen, ja des sozialen Feldes zu. Er verlangt Gestaltung von der Kunst und ist entschieden dagegen, dass sich Kunst dazu hergibt, nur die Räume der Herrschenden zu dekorieren.

Freuen Sie sich also auf entschiedene Worte und Gedanken, die Ihnen von Nicole Beckmann, Peter Marchal, Massimo Pizzingrilli und Wolfgang Seyfert vorgetragen werden.

Die Veranstaltung wird gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Freunde der Kunsthalle durchgeführt.

Thursday, 7 March 2019 18:30
"Zum Gemeinwohl" A scenic reading by Nicole Beckmann, Peter Marchal, Massimo Pizzingrilli and Wolfgang Seyfert.
Admission free!

What is it about? In "For the common good" Joseph Beuys, Pope Francis and the Mexican liberation theologian José Porfirio Miranda will talk to each other. They will talk about ecology, the common good and communism in the Bible. Between these thematic blocks, meditative prayer texts by Dorothee Sölle will be presented.

Ecology: Beuys was one of the founders of the Greens, the Pope published the encyclical Laudato si'. Common good: All three authors are fundamental critics of an exploitative financial capitalism. Communism of the Bible: Miranda has written a book of this title, which Ernesto Cardenal describes as his essential source of inspiration. Dorothee Sölle has written and acted on all three topics. Beuys, finally, is the one who works out the important, determining role of art for all three thematic complexes. With his artistic commitment to direct democracy, with his theory and practice of social sculpture, and with his educational mission to a role ideal "Everyone is an artist," he assigns art a central role in shaping the political, even the social, field. He demands design from art and is resolutely opposed to the fact that art gives itself over to decorating only the spaces of the rulers.

So look forward to decisive words and thoughts that Nicole Beckmann, Peter Marchal, Massimo Pizzingrilli and Wolfgang Seyfert will present to you.

The event will be held together with our cooperation partner Freunde der Kunsthalle.

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Foto: Sonia Wohlfart
Foto: Sonia Wohlfart

Freitag, 29. März 19 Uhr
KALING / RAFFEL
Andreas Kaling - Bass-Saxofon, Stimme
Joachim Raffel - Percussion, Stimme, Geräuscherzeuger
Eintritt: 10,- Euro

Die reichen Welten minimalistischer Klangarbeit wie spannender Grooves lotet Andreas Kaling, Spezialist des seltenen Bass-Saxofons und Mitglied des Quartetts "Deep Schrott" (über 100000 Youtube-Klicks!) mit Joachim Raffel im Duo aus. Das sensible Zusammenwirken der beiden Musiker schafft ein Hörerlebnis voller Assoziationsräume, besonderer Momente und nachhaltiger Szenen. Darüber hinaus bietet die visuelle Seite des Duos mit dem gigantischen Saxofon und einer Vielzahl filigraner Trommeln und Geräuscherzeuger eine faszinierende zusätzliche Attraktion.

Friday, 29 March 19 o'clock
KALING / RAFFEL
Andreas Kaling - bass saxophone, voice
Joachim Raffel - percussion, voice, sound generator
Admission: 10,- Euro

Andreas Kaling, specialist of the rare bass saxophone and member of the quartet "Deep Schrott" (over 100000 Youtube clicks!) with Joachim Raffel in duo, explores the rich worlds of minimalist sound work and exciting grooves. The sensitive interaction of the two musicians creates a listening experience full of associations, special moments and lasting scenes. In addition, the visual side of the duo with the gigantic saxophone and a multitude of filigree drums and sound generators offers a fascinating additional attraction.

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